Heute stand bei der Kinderärztin die U7 der Maus an. Und ich kann endlich einmal voller Stolz behaupten, dass meine Tochter mich nicht blamiert und wunderbar toll erzogen ist.
Ist zwar schön auch mal so von ihr zu denken, wo ich mich ja häufig über ihre Wutanfälle ärgere, die mir auch nach Monaten immer noch unglaublich peinlich sind, aber den Vergleich, den ich hatte, der war einfach grauenhaft…
Zwei richtig nervende und vor allem laute Kackbratzen und zwei völlig desinteressierte Mütter im Wartezimmer der Kinderarztpraxis.

Versteht mich nicht falsch, ich erwarte in einem Wartezimmer in der Kinderarztpraxis keine Stille oder wohlerzogene brave Kinder, die auf ihren Stühlen sitzen. Aber muss es denn wirklich sein, dass zwei Kinder mit Bällen und Schaumstoff-Würfeln im Wartezimmer, indem auch Kleinkinder und kranke Kinder warten, Fußball spielen müssen?
Logischerweise ging mein Blick zu allererst zu den Müttern der beiden Jungs. Die saßen natürlich, um auch jedes Klischee zu bedienen, schnatternd mit einem To-Go-Becher Kaffee in der Hand auf ihren Stühlen und unterhielten sich. Es gab zwar gelegentliche Blicke in Richtung der lärmenden Kinder, aber scheinbar nur, um zu kontrollieren, ob beide noch unverletzt sind.

In der Zwischenzeit wurde die Maus auch langsam unruhig, denn Zwei-jährige sind ja nicht unbedingt für ihre unendliche Geduld bekannt. Sie wollte natürlich auch spielen und zwar mitten im Geschehen der beiden Jungs. Dass ich der Maus nicht gerade leise erklärte, warum sie genau dort jetzt nicht spielen kann, hat die beiden Mütter ebenfalls nicht interessiert… Da kommt Freude auf, sag ich euch…

Mittlerweile hat mich der dämliche Schaumstoff-Würfel schon zum zweiten Mal getroffen und da die Mütter immer noch nicht reagierten, habe ich den Jungs angedroht ihnen den Würfel und die Bälle wegzunehmen, sollten sie noch einmal in meine Richtung fliegen. Ist zwar jetzt nicht die pädagogisch wertvollste Lösung, hat seinen Zweck aber erst mal erfüllt. Zumindest für ein paar Minuten…
Gerade wollte ich noch weiter meckern, als endlich einer der beiden Jungs aufgerufen wurde.

Endlich Ruhe…. Habe ich zumindest gedacht, denn dem Jungen, der noch übrig war, war es vollkommen egal, ob er einen Spielpartner hat oder nicht. Und so sah ich den Würfel mit Karacho gegen den Kopf seiner kleinen maximal Zwei-jährigen Schwester fliegen, die daraufhin auf ihrem Hintern plumpste.
Man könnte meinen, dass seine Mutter spätestens jetzt so langsam mal etwas gegen das Verhalten ihres Sohnes macht. Aber dem war nicht so. Stattdessen packte sie ihr Handy aus und tippte lieber darauf herum.

Diese Ignoranz hat mich derweil so wütend gemacht, dass ich mich mittlerweile nicht mehr zurückhalten konnte und den Jungen und seine Mutter unter allen Anwesenden zur Schnecke gemacht habe.
Glücklicherweise wurden wir dann auch aufgerufen, denn ich weiß nicht, was ich dieser Familie noch alles an den Kopf geworfen hätte, wenn wir da noch länger gesessen hätten.

Mich macht es so unglaublich wütend, wenn sich Eltern nicht für ihre Kinder und deren Verhalten interessieren und auch nicht dafür, ob deren Ignoranz vielleicht Mitmenschen stört.
Es scheint, als ob Kinder in solchen Familien nur noch Rücksichtslosigkeit und Desinteresse lernen.
Ich kann mir einfach nicht erklären, wie einem seine eigenen Kinder so egal sind…

Kennt ihr solche Situationen? Wie reagiert ihr? Haltet ihr durch oder schießt ihr auch gleich los?
Wie erklärt ihr euch, warum Eltern so handeln bzw. nicht handeln?

2 comments on “Neulich im Wartezimmer… Rücksichtslosigkeit und Ignoranz als neue Werte?”

  1. Sowas regt mich auch immer fürchterlich auf…

    Meine Tochter ist auch gerade in der Trotzphase und rastet ganz gerne mal aus, aber ich schaue da zumindest, dass sie andere Leute (und vor allem kleinere Kinder) damit nicht belästigt.
    Eltern, die das Verhalten ihrer Kinder völlig ignorieren kann ich absolut nicht verstehen.

    Gut dass du was gesagt hast!

    Liebe Grüße, Biene

    • Hallo Biene,
      ich habe bei der Arbeit in der Kita auch häufig Kinder, die nicht von ihren Eltern beachtet werden. Weder, wenn sie etwas gut gemacht haben, noch, wenn irgendwas schlimmes passiert ist oder die Kinder aggressiv gegenüber anderen Kindern waren. Ich habe sogar schon erlebt, dass einem Kind sogar ganz offen gesagt wurde, dass es unerwünscht ist… In solchen Familien wundert es mich nicht, wenn die Kinder Verhaltensauffälligkeiten zeigen…

      LG
      Daniela

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