Wie wohl alle, die mir über Twitter folgen, in den letzten beiden Tagen mitbekommen haben, war die Maus krank. Nicht nur krank, sondern auch unerträglich anstrengend…

Das erste Mal seit meiner Elternzeit, dass ich meine Tochter alleine zu Hause betreut habe. Und ich habe es mir „schöner“ vorgestellt. Ich habe mich sogar ein bisschen darüber gefreut, als klar wurde, dass ich mit ihr zu Hause bleiben werde. Versteht mich nicht falsch, natürlich habe ich mich nicht darüber gefreut, dass sie krank wurde, sondern sie seit so langer Zeit auch mal wieder zwei Tage nur für mich haben zu können, denn leider ist gemeinsame Zeit zu zweit durch meinen Vollzeitjob selten geworden.

Leider habe ich die Rechnung ohne das fiebernde Kind gemacht. Das hatte nämlich so gar keine Lust auf zu Hause bleiben und ruhig mit Mama kuscheln, denn trotz fast 40°C Fieber und Erkältung, war sie erstaunlich gut drauf.
Da ich aber mit einem so hoch fiebernden Kind natürlich nicht zu einem Spielplatz gehe, haben wir es uns zu Hause gemütlich gemacht.

Zuerst saßen wir auf dem Sofa und haben einen leckeren Kaffee getrunken (in ihrer Tasse war natürlich kein Kaffee, sondern Apfelsaft), dann haben wir gepuzzelt, mit Duplo-Steinen gebaut und anschließend viele Bücher zusammen angesehen und gelesen.
Den Vormittag haben wir damit herumbekommen und die Maus ist um halb zwölf müde und kaputt ins Bett verschwunden.

Mein nächster Plan war, dass die Maus, wie sonst auch 1,5 – 2 Stunden schläft und ich etwas Zeit zum Essen und für den Haushalt habe.
Die Maus hatte diesen Plan aber ganz und gar nicht, denn sie ist nach 45 Minuten lautstark und ziemlich mies gelaunt wieder aufgewacht und sie ließ sich auch nicht wieder zum Schlafen bewegen.

Also aufstehen, Fieber messen und das Kind weiter beschäftigen. Auch hier war die Maus wieder anderer Meinung. Ihr war nämlich überhaupt gar nichts mehr recht. Sie wollte nichts spielen, nichts lesen und auch sonst nichts machen. Nur herumgetragen werden. Das würde ja noch gehen, wäre sie 1 Jahr jünger und nicht mittlerweile 12 Kilogramm schwer.
Nach einer Stunde Rumgequengel hab ich nur noch nach der Fernbedienung gegriffen und wir haben uns zuerst eine Folge der Augsburger Puppenkiste und dann ein paar Folgen Sandmännchen angesehen.

Was haben wir uns beide gefreut, als der Superheld endlich nach Hause kam und uns heldenhaft zum Möbelschweden kutschiert hat. In der Hoffnung, dass eine Kinderküche, das arme kranke und quakende Kind zumindest einige Minuten beschäftigt.

Am nächsten Tag hat das Vorhaben mit der Kinderküche auch zuerst einmal funktioniert. Natürlich nur, wenn ich genau neben ihr saß und auch in einem der Töpfe herumgerührt habe.

Nach einer Stunde rühren und auf dem Boden sitzen, habe ich dringend eine Pause gebraucht. Das fand meine Maus aber auch ziemlich doof.
Also wieder Puzzeln, lesen usw … Den Versuch Spazieren zu gehen, haben wir nach einigen sehr lautstarken Minuten abgebrochen.

Leider war der Mittagsschlaf an diesem Tag wieder sehr kurz und ich war mittlerweile mittelschwer genervt von der Maus.
Trotzdem hieß es noch: Durchhalten bis der Tag endlich vorbei war und der Superheld mich ablöst…

Bisher habe ich Mamas und Papas, die den ganzen Tag zu Hause sind und sich nur um den Nachwuchs kümmern, immer belächelt. Ich war der Meinung, dass diese Eltern doch ein locker-leichtes Leben haben und sich nicht so anstellen sollen.
Die beiden letzten Tage haben mir aber gezeigt, dass Kinder zu Hause betreuen ein wahnsinnig anstrengender Job ist, der einem eine Menge Geduld und Kraft abverlangt.
Daher möchte ich heute einmal allen Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen etwas sagen:

HUT AB! Es ist nicht immer einfach das alles durchzuhalten und das auch noch ohne auszurasten. Ihr habt meine vollste Bewunderung dafür, dass ihr das schafft und nebenbei sogar noch den Haushalt und manche von euch sogar noch Home-Office. Ihr seid echt wunderbar!!!

Am Ende dieser beiden Tage hatte ich sogar das Bedürfnis meiner Tagesmutti einen Berg Schokolade zu schenken, nur um ihr für ihre Existenz zu danken.

5 comments on “Neue Blickwinkel oder Ein Hoch auf alle, die ihre Kinder zu Hause betreuen…”

    • Ja, so ist das „Arbeitsleben“ mit Kindern… Da gibt es oft Zeiten, in denen man denkt es geht nicht mehr und alles ist furchtbar. Und dann gibt es diesen kleinen Augenblick oder dieses ganz besondere Lächeln, das eigentlich genug „Dank“ für alles ist….
      Denk immer daran in den nächsten 3 Wochen.

      LG
      Daniela

  1. Jaaaa, es ist wirklich ein anstrengender „Job“! Glaub mir, ich habe mir schon oft mal wieder einen Tag im Büro gewünscht. Aber man weiss ja wofür man es tut und wird auch meistens reich belohnt. ?

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