Kennt ihr das? Man ist unterwegs, vorzugsweise in einem Supermarkt oder in irgendeinem anderen Geschäft. Schön entspannt und in Gedanken versunken erledigt ihr euren Einkauf. Plötzlich erblickt ihr, wie ein süßer kleiner Engel alles, was er/sie zu fassen bekommt aus den Regalen räumt und durch den ganzen Laden brüllt: „Mama… Ich will jetzt aber… (hier dürft ihr Beliebiges einsetzen)!!!“
Und schon ist es vorbei mit der Ruhe und man denkt sich nur noch „Was für eine kleine verzogene Kackbratze…“

Die Kinderlosen unter uns freuen sich wahrscheinlich genauso wie ich damals, vor der Kinderzeit, nicht so einen kleinen Satansbraten zu Hause zu haben. Was habe ich mir damals immer geschworen, dass mein zukünftiges Kind anders wird. Mein zukünftiges Kind weiß sich zu benehmen und wird so etwas niemals tun.
Viele fragen sich jetzt wahrscheinlich, wie ich Traumtänzer gedacht habe, dieses doch ein wenig utopische Ziel zu erreichen…
Ist doch ganz klar: Mit ein wenig Konsequenz (nicht zu verwechseln mit Strenge oder einem autoritärem Erziehungsstil, um das gleich mal vorweg zu sagen…)
Ach was war ich damals noch naiv…

Selbst als ich bereits Mutter war, war der Gedankengang noch derselbe. Zumindest bis sich die allseits beliebte Autonomiephase der Maus hinterrücks anschlich. Denn dann habe ich erst durchblickt, dass Konsequenz nicht alles ist. Das man sein Kind und dessen Willen nicht „steuern“ kann.

Aber bis es soweit war, bin ich davon ausgegangen, dass meine Tochter das niedlichste und süßeste Kind auf Erden ist. Mir war absolut klar, dass jeder andere auch so denken muss. Wie denn auch nicht?
Und so bin ich durch meine niedliche kleine Welt gelaufen, bis die kleine Maus mal wieder einen ihrer berühmt berüchtigten Wutanfälle im Supermarkt hatte. Und als ich so vergeblich versuchte das Kind zu beruhigen und auch vergeblich versuchte die abschätzigen Blicke der anderen Kunden zu ignorieren, wurde mir plötzlich klar, dass andere meinen süßen kleinen Engel vielleicht gar nicht genau so süß finden, wie ich. Wahrscheinlich noch nicht einmal einen Bruchteil davon, denn in diesem Moment war meine Tochter in den Augen der anderen Kunden wahrscheinlich auch eine „verzogene Kackbratze“

Natürlich weiß ich, dass sie keine Kackbratze ist, sondern das tollste Kind der Welt. Aber manchmal hat sie eben auch ihre -nennen wir es mal- 5 Minuten, wie wohl fast alle anderen Kinder in dem Alter auch.
Glücklicherweise hatte ich diesen tollen Geistesblitz. Ich habe das Gefühl, dass ich die Trotzanfälle der Maus dadurch lockerer nehme und mir weniger Gedanken um die Meinung anderer Menschen mache.

Wie ist es bei euch? Habt ihr auch schon mal solche Vorurteile über andere gehabt und dann festgestellt, dass es bei euch nicht besser läuft? Freue mich über Kommentare…

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