Mit Kind ändert sich ein ganzes Leben. Es dreht sich einfach um 180°. Denke ich an mein Leben vor dem Kind zurück habe ich eine Zeit mit Wechselschichtdienst, DVD-Serien-Abende, vielen Flaschen Wein und vielen Abenden, an denen ich mit meinen Freunden und Bekannten um die Häuser gezogen bin, vor Augen.
Dieses Leben habe ich auch mindestens 10 Jahre sehr gern gelebt. Dann kam für mich der Punkt, an dem ich etwas anderes wollte. Das ganze „Party-Leben“ war einfach nichts mehr für mich. Es erschien mir so sinnlos…

Ein halbes Jahr nach der Hochzeit mit dem Supermann, wurde ich schwanger. Da ich bis zur 12. Woche aufgrund meiner unentdeckten Schilddrüsenunterfunktion so müde war, dass ich mich kaum noch bewegen konnte, war dann auch schnell nichts mehr mit feiern gehen.
Ich fand das okay. Schließlich fand ich eh keinen Sinn mehr darin.
Dafür habe ich mich auf mein Baby und mein zukünftiges „spießiges“ Leben gefreut.

Als die Maus dann da war und ihre Schrei-Zeit hatte, mussten wir unsere Tage extrem gut durchplanen und strukturieren, denn erst durch die festen Schlaf- und Essenszeiten und einem Tagesrhytmus wurde die Maus entspannter.
In dieser Zeit hatte ich gefühlt unendlich lange Tage mit noch längeren To-Do-Listen. An Ausgeh-Abende habe ich vor lauter Baby-Struktur überhaupt gar nicht denken können.
Das war und ist auch immer noch okay. Trotzdem wünsche ich mir manchmal einfach die ganze Verantwortung, die man so im Mamaalltag hat, abzugeben. Einfach mal wieder ohne auf die Uhrzeit achten zu müssen ausgehen.

Gestern war ich mit dem Supermann auf dem Promo-Konzert von Milow & Niila in Hamburg. Wir haben wie Teeanger getanzt und haben bei jedem Song mitgesungen. Anschließend haben wir uns noch die neuen CDs signieren lassen.
Ich habe sogar noch ein Foto zusammen mit Milow machen dürfen.

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Das war echt ein toller Abend und ich war um Mitternacht, als wir die Großeltern wieder ablösen mussten richtig traurig, dass so etwas viel zu selten ist.

Ja, Verantwortung ist eben manchmal ein Arschloch… Trotzdem haben wir beschlossen, uns mindestens einmal im Monat einen Abend „Auszeit“ zu gönnen. Manchmal muss man sich wohl einfach mal selbst in den Hintern treten und sich trotz Müdigkeit aufraffen, um endlich wieder einmal Zeit als „Paar“ zu verbringen. Ich hoffe wir halten uns daran. Zumindest wissen wir jetzt schon, dass wir im Oktober auf das Konzert von Niila hier in Hamburg gehen 🙂

Vermisst ihr auch manchmal die alten Zeiten? Oder habt ihr gar nicht mehr die Lust oder Energie auch mal auszugehen? Was macht ihr, um euch Auszeiten zu gönnen? Nehmt ihr euch gelegentliche Paar-Zeiten? Freue mich über Kommentare…

2 comments on “Die guten alten Zeiten… Oder: Verantwortung ist manchmal ein Arschloch”

  1. Ich stelle leider immer mehr fest, dass kleine Unternehmungen, die man sich als Auszeiten gönnt, zwar mental Auftrieb geben, aber mich gleichzeitig sehr erschöpfen, weil ich eigentlich viel zu kaputt bin, um beispielsweise durch ein Museum zu schlendern, obwohl mein Geist es brauchen würde. Das hat sich im Laufe der Jahre verstärkt und hält mich immer öfter davon ab, etwas allein zu unternehmen. Stattdessen möchte ich mich eigentlich nur noch zuhause ausruhen. Gleichzeitig vermisse ich vieles, was ich früher gemacht habe, und brauche mentale Anregungen. Wenn man mittendrin ist, ist es ja auch toll und man genießt. Aber hinterher bin ich meist platter als vorher und das nivelliert die Euphorie leider. Ist ein großer Konflikt für mich. Bist Du nicht kaputt nach solchen Unternehmungen?
    Zusammen unternehmen wir gar nichts, weil wir hier niemanden haben, der uns mal beide Kinder gleichzeitig abnimmt.
    Liebe Grüße!

    • Doch, ich bin auch kaputt nach solchen Unternehmungen. Ist aber irgendwie ein schönes kaputt sein, vorrausgesetzt die Unternehmung hat mir gefallen und ich bin zufrieden. Mir fällt das aufraffen immer so unendlich schwer.
      Ich habe auch oft das Bedürfniss mich nur zu Hause auszuruhen. Dann freue ich mich immer, wenn der Mann mit der Maus etwas unternimmt. Das kommt morgens am Wochenende recht oft vor, so dass ich an einem Tag der Woche ausschlafen kann und dann noch ein paar Stunden allein für mich habe. Das brauche ich auch.
      Vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit für dich um Auszeiten zu bekommen.
      Dass ihr die Kinder nicht zusammen unter bekommt ist ja wirklich schade. Vielleicht wird das ja einfacher, wenn die Kinder noch etwas älter sind…?

      Liebe Grüße
      Daniela

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